Gereon Krebber

(Kunstakademie Düsseldorf)

IMMER ÄRGER MIT DER SCHWERKRAFT

„Bau das mal“ lautet mein Standardspruch, wenn ich mal wieder zu skulpturaler Tätigkeit animieren möchte. Ich unterrichte im Orientierungsbereich der Kunstakademie Düsseldorf. Die meisten, die frisch an die Akademie kommen, malen und zeichnen. Das gilt zumindest am Anfang nach wie vor als Leitbild des Künstlers und liegt vor allem direkt im Rahmen eigener Möglichkeiten. Das war bei mir auch so. Ich bin auch erst im Rahmen der Akademie zu einer skulpturalen Tätigkeit gekommen. Die Faszination am Material, an der Formfindung und Präsenz hat mich nicht mehr losgelassen. Ich zeige am Beispiel meiner eigenen Arbeit, wie sich das bei mir entwickelt hat und erzähle davon, wie ich meine eigene Faszination jetzt an andere vermitteln möchte. Meine These dabei: Malen und inzwischen auch Fotografie sind die Einstiegsdrogen. Skulptur ist nicht unbedingt der härtere Stoff, aber gibt den Kick des Realen. Dabei geht es mir nicht um einen bedrogten Paragone, sondern um die Kraft eines Gegenüber. Es geht mir um eine fantasievolle und spielerische Praxis, die Präsenzen erschafft.


GEREON KREBBER Seit 2012 Professor für Bildhauerei im Orientierungsbereich der Kunstakademie Düsseldorf. Von 1994-2000 studierte er Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Luise Kimme, Prof. Tony Cragg und Prof. Hubert Kiecol , anschließend bis 2002 am Royal College of Art, London. Nach seiner Lehrtätigkeit an der University of East London im Bereich BA Fine Art (2003-2008) hatte er von 2010-2011 eine Gastprofessur an der Hochschule der bildenden Künste in Hamburg inne. Gereon Krebber gewann eine Reihe von Preisen und Stipendien und stellt in Museen, Kunstvereinen und Galerien im In- und Ausland aus.