
Schärfung geschlechtersensibler Blicke durch, in und mit Kunst im digitalen Raum

Schärfung geschlechtersensibler Blicke durch, in und mit Kunst im digitalen Raum
Die Tagung hat bereits stattgefunden.
Das Nutzungskonzept der Tagung (Skript) sowie Materialien zur Stationsarbeit, dem Workshop und dem Ausstellungsbesuch finden sie hier.
Im selben Projekt ist die Publikation „KUNST MACHT MEDIEN“(Kreysing&Schlarb, 2026) entstanden. Diese finden Sie als OER unter hier. Unter den Unterrichtsimpulsen mit dem Titel „Visual Empowerment“ finden Sie Material für den Kunstunterricht, was innerhalb dieses Projektes entstanden ist. Die Sammlung „KUNST MACHT MEDIEN“ dient als Ideenquelle für einen Kunstunterricht, der sich vor dem Hintergrund einer Kultur der Digitalität in Teilen wandelt. Ziel ist es, gestalterisches Tun, künstlerisches Denken und die Sensibilisierung der Wahrnehmung für eigene Gestaltungen und die Gestaltungen anderer zu stärken.
Einladungstext der vergangenen Workshop-Tagung am 8. März 2025 an der Kunstakademie Düsseldorf | 9.00 – 15.30 Uhr
Konzeption: Marley Schlarb
#writtenbyawoman #womeninmalefields #femalegaze – Phrasen, die durch Plattformen wie TikTok und Instagram unter Kurzvideos auftauchen und alle – wenn auch in unterschiedlicher Form – auf dasselbe hindeuten: Rollenbilder, Sehgewohnheiten und Blickregime, in denen wir uns bewegen und die digital verhandelt werden. Mit wachsenden digitalen Zugängen zu Bildern verfestigen und bewegen sich Vor- und Darstellungen von Geschlecht durch Räume des Internets und prägen unsere Wahrnehmung.
Teil der Workshop-Tagung „Visual Empowerment“ soll eine Verhandlung von hegemonial geprägten Sehgewohnheiten und dazu gehörigen Theorien sowie die Erforschung pädagogischer Potentiale digitalitätsbezogener (Medien-)kunst im Kunstunterricht sein. Im Vordergrund stehen dabei Prozesse des Be- und Hinterfragens von Blickregimen und deren Dekonstruktion in ausgewählten künstlerischen Positionen.
Einführend wird Marley Schlarb sich mit der Theorie des „male gaze“ von Laura Mulvey auseinandersetzen und diese auf ihre Bedeutung für zeitgenössische digitale Formate befragen. Dr. Alisa Kornberger wird im Rahmen ihres Vortrags „Ungehorsame Körper(bilder): Queer-Feministische Videokunst in den 1970er Jahren und heute“ die Nähe zwischen Feminismus und Medienkunst in vergangenen und gegenwärtigen künstlerischen Konzepten untersuchen. Im Anschluss setzt sich Danja Erni mit Lernprozessen im Umgang mit verkörperten Normen in kritischer Kunstvermittlungspraxis auseinander. Christine Biehler wird aus künstlerischer und kunstpädagogischer Sicht über performative Unterrichtskonzepte in Hinblick auf Geschlecht sprechen. Studierende aus dem Seminar „DIRTY GIRLS“ führen zum Abschluss einen Workshop zur Performativität im Digitalen mit allen Teilnehmenden durch. In der ganztägigen Veranstaltung, die für Lehrkräfte als Fortbildung durch die Kunstakademie Düsseldorf ausgewiesen wird, werden so Möglichkeiten eröffnet, geschlechtersensible Formate des Kunstunterrichts theoretisch und praktisch zu ergründen und für den Kunstunterricht nutzbar zu machen.
Einladungstext der zweiten Durchführung der Tagung (am 25.11.25 an der AdBK Nürnberg) unter dem Titel: GENDERED IMAGES -Digitale Bildkultur aus kunstpädagogischer Perspektive
Why dress for the male gaze when you can dress for the female gaze?“ beginnt eines der Kurzvideos auf TikTok, in denen eine Person – ob männlich, weiblich oder nicht-binär gelesen – den eigenen Prozess der Outfit-Auswahl zu erklären beginnt. Nicht selten sind die Schlagwörter „male gaze“ und „female gaze“ auch in anderen Bereichen des Internets vorzufinden, wie verschiedene Trends zeigen. Dass diese Begriffe auf eine Theorie von Laura Mulvey (1975) zurückgehen, die sich unter dem Titel „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ mit der Objektifizierung von Frauen im (Popular-)Film beschäftigt hat, ist den meisten TikTok-User*innen jedoch vielleicht gar nicht bewusst. Dennoch bieten diese Verhandlungen Anschlusspotenzial für ästhetische Lehr- und Lernprozesse. Die (eigene) Geschlechtervor- und -darstellung ist Teil der digitalen Kultur und der Nutzung sozialer Medien, die besonders junge Menschen in ihrer Entwicklung und ihren Selbstbildern beeinflussen. Gleichzeitig stehen diese Bilder in starker Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlecht, wie das erhöhte Aufkommen traditioneller Weiblichkeitsrepräsentationen auf Social Media (#tradwives) zeigt. Der Kunstunterricht bietet Verhandlungsraum für Bildprägungen und Sehgewohnheiten, da er zum einen künstlerische Positionen einbeziehen kann, die sich bewusst mit patriarchaler Bildprägung auseinandersetzen, und zum anderen die Möglichkeit bietet, die eigene Position und Blickwelt zu befragen. Teil der Fortbildung „Gendered Images – Digitale Bildkultur aus kunstpädagogischer Perspektive“ soll die Verhandlung digitaler Bildwelten in Bezug auf den Kunstunterricht sein. Neben theoretischen Inputs und didaktischen, spielerischen Formaten soll auch die Möglichkeit gegeben werden, in Form eines Workshops die Geschlechterdarstellung künstlerisch-praktisch zu erforschen.
Sollten Sie Interesse an dem Tagungskonzept haben, kontaktieren Sie mich gerne unter: Marley.schlarb@kunstakademie-duesseldorf.de
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